Kranichstein

Biotop aus „zweiter Hand“

Eine weitere Möglichkeit der Nutzung eines Steinbruchs nach Ende des Abbaus von Gipsrohgestein zeigt der Kranichstein. Ein rund zwölf Hektar großes Areal wurde bereits vollständig renaturiert und wurde größtenteils in das Naturschutzgebiet „Gipskarstlandschaft Bad Sachsa und Walkenried“ aufgenommen. Das entspricht der Fläche von über 20 Fußballfeldern. Gemäß Rekultivierungsplan aus dem Jahr 1978 war eine flächendeckende Aufforstung vorgesehen. 2002 schlug der Landkreis Osterode dann eine Alternative zum ursprünglichen Plan vor. Demnach sollten weite Teile des Kranichsteins der natürlichen Entwicklung ohne menschliche Einflussnahme überlassen werden – so entstand das Biotop aus „zweiter Hand“. Typische Elemente des Karstgeländes wie Gipswände und Trichterformen bleiben dabei bestehen oder werden neu modelliert. So wurde hier durch umfangreiche und gezielte Erdbauarbeiten z.B. ein Erdfall mit einem Durchmesser von über 100 m nachgebildet. Ziel war es, eine der Karstlandschaft angepasste Struktur zu schaffen, in der sich eine vielfältige Flora und Fauna ausbreiten kann. Das ist geglückt, denn mittlerweile konnten sich zahlreiche Tier- und Pflanzenarten, welche speziell auf solche Standorte angewiesen sind, im Kranichstein ansiedeln.

Entwicklung am Kranichstein